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Festliche Gründungsfeier

Mit einer festlichen Veranstaltung in der Aula des Schlosses stellte die Juristische Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg am 20. Januar 2004 ihr neu gegründetes Institut für Anwaltsrecht und Anwaltspraxis der Öffentlichkeit vor. Vor etwa 200 Festgästen, darunter höchsten Repräsentanten von Justiz, Verwaltung und Anwaltschaft, gab der Rektor der Universität, Professor Karl-Dieter Grüske, seiner Freude darüber Ausdruck, dass es in Zeiten einschneidender Haushaltskürzungen durch Förderung von außen ermöglicht wird, das rechtswissenschaftliche Studium stärker auf die Anforderungen der rechtsberatenden und rechtsgestaltenden Praxis auszurichten.

Das Institut wurde mit Förderung der Hans Soldan Stiftung eingerichtet. Es wird von fünf Ordinarien der Juristischen Fakultät geleitet, den Professoren Erb, Geis, Greger, Grundmann und Vieweg, deren Fachgebiete das für den Anwalt relevante rechtliche Spektrum voll abdecken. Der Geschäftsführer des Instituts, Professor Stefan Grundmann, wies auf die beiden Fundamente hin, auf denen das Institut aufbaut: die in Erlangen schon bisher starke Ausrichtung auf das Wirtschaftsrecht und die im Zuge der Juristenausbildungsreform vom Gesetzgeber geforderte Verstärkung der Praxisorientierung.

Der Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Reinhard Greger, zeigte auf, welche Aktivitäten das neue Institut bereits ergriffen hat und weiter verstärken wird. In der Lehre sind dies vor allem:

  • von Rechtsanwälten (mit)gestaltete Vorlesungen zur Vertragsgestaltung, zur Unternehmenssanierung und zur Mediation;
  • Projektstudien zum Unternehmenskauf, zu internationalen Kooperationsverträgen, Schiedsgerichtsverfahren und öffentlichen Ausschreibungen;
  • Kontaktseminare zum Anwaltsrecht, Prozessrecht und zu modernen Vertragstypen;
  • Kurse zu Rhetorik, Verhandlungsführung und Streitschlichtung.

Schon ab dem nächsten Semester soll Junganwältinnen und -anwälten die Teilnahme an Lehrveranstaltungen der Fakultät zu für sie wichtigen Rechtsgebieten angeboten werden. Wissenschaftliche Tagungen, wie z.B. die Erlanger Europarechtstage, werden aktuelle Rechtsentwicklungen in einer für die anwaltliche Praxis fruchtbaren Art und Weise behandeln. Auch in Forschung und Weiterbildung wird der Anwaltsbezug verstärkt. Eine Bibliothek mit anwaltsrechtlichem Schwerpunkt wird eingerichtet, ebenso eine „hochkarätige“ Vortragsreihe mit anwaltsrelevanten Themen. Diese eröffnete bei der Gründungsfeier Rechtsanwalt Dr. Albrecht Schäfer, Justitiar der Siemens AG, mit einer Betrachtung über die Bedeutung des Rechts und der Juristen bei der Unternehmensführung in den USA und in Deutschland.

Die Rechtsanwälte Dr. Ludwig Koch (Vorstand der Hans Soldan Stiftung) und Dr. Christian Bissel (Präsident der Rechtsanwaltskammer Nürnberg und Initiator des Fördervereins für das Institut) bekundeten das große Interesse der Anwaltschaft an der Praxisorientierung der universitären Lehre; Ministerialdirigent Dr. Heino Schöbel überbrachte die Glückwünsche der Bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk.

„Anwaltsorientiert“ war auch die musikalische Umrahmung der Feierstunde, die von der Sängerin und Rechtsanwältin Daniela Gunreben gestaltet wurde.